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Unesco Welterbestätten in der Schweiz



Monte San Giorgio (2003)

Bild von monte_san_giorgio Copyright: panthermedia.de

Der Monte San Giorgio ist der bekannteste Zeuge mariner Lebensformen des Trias und hütet wichtige Überreste des terrestrischen Lebens zur damaligen Zeit, äusserst unterschiedliche und zahlreiche Fossilien, viele von ihnen vollständig und gut bewahrt.
Die lange Geschichte der Studien am Berg und die disziplinierte Verwaltung der Mittel haben eine gut dokumentierte und katalogisierte Sammlung von Mustern aussergewöhnlicher Qualität geschaffen, die die Basis einer reichen geologischen Literatur bilden.
In Folge dessen liefert der San Giorgio die Hauptreferenz unserer Erde für künftige Entdeckungen von Meeresfossilien aus dem Trias.
Die als Welterbe ausgewiesene Fläche erstreckt sich über drei Gemeinden und umfasst ein Gebiet von 849 Hektaren. Etwa 1400 Hektaren, verteilt über sechs Gemeinden, umgeben das Gebiet zusätzlich als Pufferzone.

Keine andere Berglandschaft birgt eine grössere Vielfalt an gut konservierten Fossilien. In den Schichten des Berges sind Tausende versteinerter Fossilien erhalten geblieben.
Die wissenschaftlichen Grabungsarbeiten am Monte San Giorgio wurden in Zusammenarbeit mit dem Paläontologischen Institut der Universität Mailand vor Jahren wieder aufgenommen.

Die 230 bis 245 Millionen Jahre alten fossilführenden Schichten stammen aus dem geologischen Zeitabschnitt Mitteltrias. Ruhige Ablagerungsbedingungen und sauerstoffarme Verhältnisse in dem Gebiet führten zu sehr gut erhaltenen Fossilien in fünf übereinander liegenden Schichten, an denen sich die Entwicklungsgeschichte verschiedener Gruppen von Meerestieren studieren lässt.

Bisher wurden über 10'000 Exemplare gefunden, darunter 30 Reptilienarten, 80 Arten von Fischen, ungefähr 100 Arten von Wirbellosen und zahlreiche Mikrofossilien.

Im Fossilienmuseum von Meride kann man einige der bedeutendsten Funde bewundern: Fische, wirbellose Tiere (darunter manche seltene Insektenarten) und Kriechtiere (meistens Meereskriechtiere, darunter einige Exemplare mit einer Länge von bis zu sechs Metern).

Neben reichen und gut erhaltenen Fossilfunden bietet der Monte San Giorgio auch viele andere Naturwerte.
So wurden dort über 550 Pilzarten nachgewiesen, drei Arten von Spinnen entdeckt und erstmals wissenschaftlich beschrieben.
Hinzu kommt eine reichhaltige insubrische Flora wie zum Beispiel Magerwiesen.

Der Berg Monte San Giorgio liegt zwischen den südlichen Ausläufern (Porto Ceresio und Riva San Vitale) des Luganersees. Von seinem 1'097 Meter hohen Gipfel aus geniesst man einen prachtvollen Ausblick.
Dreht man den Kopf nach Nord-West, geniesst man eine schöne Aussicht auf den Luganersee, (besonders auf die Gegend um Morcote) und im Hintergrund erkennt man den Monte Lema und die Alpen.
Schweift der Blick nach Osten, erkennt man den steilen Hang des Monte Generoso, während sich auf der Südseite das lombardische Flachland ausbreitet.

Von Brusino erreicht man bequem mit der Seilbahn die Aussichtsterrasse des Serpiano (650 m.ü.M.), wo sich das Restaurant Funivia befindet. Von hier aus wandert man in 30 Gehminuten über einen leichten Weg zur Alm von Brusino. Kennzeichen dieses Ortes sind die Jahrtausende alten Kastanienbäume, deren Stämme völlig hohl sind. Zur Bergspitze des Monte San Giorgio auf 1'097 Metern Höhe sind es dann etwa anderthalb Stunden Gehzeit.
Beginnt man die Wanderung zur Spitze in Riva San Vitale, gestaltet sie sich etwas anspruchvoller (etwa 3 Stunden).
Mit Riva San Vitale in Verbindung steht die Legende des Seligen Manfredo, eines Einsiedlers adligen Ursprungs. Dieser hat wahrscheinlich im Laufe des 13. Jahrhunderts in absoluter Einsamkeit auf der Bergspitze gelebt.

Die geologischen und paläontologischen Besonderheiten sowie die Tier- und Pflanzenwelt des Monte San Giorgio werden im Naturlehrpfad beschrieben.
Dieser Pfad beginnt bei der "Fontana", der ersten Gruppe von Häusern auf ungefähr 600 Metern Höhe. Er führt nach Cassina auf 900 Metern und durchquert auf fast flacher Strecke die kurze Furche des Porinatales. Nach einem steilen Abstieg durch die Wälder oberhalb des Serpiano (auf 700 Metern), kommt man zum Ausgangspunkt, der sich auf einer leicht geneigten Ebene befindet, zurück.

Für historisch Interessierte faszinierend ist der Aufstieg zum Poncione d'Arzo. Nachdem man die Spitze auf 1'015 Metern erreicht hat (in zweieinhalb Stunden von Arzo bzw. in einer Stunde und vierzig Minuten von Crocifisso) findet man im italienischen Hoheitsgebiet die Befestigungsbauwerke, die von den Alpini während des ersten Weltkrieges auf dem Monte Orsa errichtet wurden.

Die Vegetation dieses wunderschönen Berges ist durch einen typischen Schlagwald gekennzeichnet und rühmt sich der Präsenz seltener Pflanzen wie der himmelblauen Glöckchen der Adenophora Lilifolia oder der grün-blauen Iris.
Viel leichter ist der Weg, der Meride mit der Bergspitze verbindet. Kurz nachdem man das Dorf hinter sich lässt, findet man sich im Wald wieder. Ein Teil der Pfades, der nach Cassina führt, ist dank der Arbeit Schweizer Soldaten im ersten Weltkrieg mit Kopfsteinen bepflastert. Ein aufmerksamer Wanderer kann auf einem dieser Steine das eingravierte Datum (1917) noch erkennen.

Quelle: http://www.unesco-welterbe.ch/



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