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Unesco Welterbestätten in der Schweiz



Region Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn (2001)

Bild von gletscher Copyright: pixelio.de

Die Region Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn, das erste Weltnaturerbe im ganzen Alpengebiet, umfasst eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt rund um den zirka 24 km langen längsten Gletscherstrom der Alpen.

Auf einer Fläche von 538.88 km2, wovon 23% im Kanton Bern und 77% im Kanton Wallis liegen, finden sich alle Klimastufen wieder, von den schnee- und eisbedeckten Gipfeln der Berner Alpen bis zu den mediterran anmutenden Felsensteppen im Rhonetal.
Das auf Berner Seite steil über dem Talgrund bis auf 4000 Meter Höhe aufsteigende Gebirgsmassiv von Eiger, Mönch und Jungfrau fasziniert die Menschen schon seit Jahrhunderten, die Eiger-Nordwand gilt als eine der grössten alpinistischen Herausforderungen.

Seit vor gut 90 Jahren die Zahnradbahn auf das Jungfraujoch gebaut wurde, haben Millionen von Touristen die mit 3500 m über Meer höchstgelegene Bahnstation Europas besucht. Wahrzeichen des Jungfraujoches ist die Sphinx, das Observatorium, das vielfältigen Forschungsprojekten zwischen Himmel und Erde eine Heimat bietet. Unter ihrer gläsernen Kuppel liegt auch die höchstgelegene Wetterstation Europas.

Die Eiger-Mönch-Jungfrau-Region ist mit ihren zahlreichen Schneefeldern zugleich die Wiege des Grossen Aletschgletschers. Nachdem die Massen von Schnee zu Eis geworden sind, fliessen sie am Konkordiaplatz zusammen, um aus ihren Seitenmoränen die berühmten zwei Mittelstreifen auf dem Gletscher zu formen.

Wie die Finger einer Hand laufen an der Südseite des Bietschhorns zahlreiche Täler wie das Bietschtal oder das Baltschiedertal von der alpinen Stufe hinab bis in das mediterran geprägte Rhonetal, während im Norden das Lötschental die Grenze des Bietschhorn-Massives bildet.

An den sonnigen, aber sehr trockenen Talhängen war Landwirtschaft über viele Jahrhunderte nur möglich, indem gewagte Wasserleitungen durch steile Hänge gebaut wurden, um die Wiesen zu bewässern.

Viele Flächen sind aber seit jeher viel zu steil und zu trocken für die Nutzung. Hier hat sich die an seltenen Tier- und Pflanzenarten überaus reiche Walliser Felsensteppe gehalten. Viele ihrer Arten wie zum Beispiel das Federgras sind nach der letzten Eiszeit aus asiatischen Steppengebieten eingewandert, einen Hauch von Exotik verleiht auch das häufige Vorkommen der Smaragdeidechse.

Die Region Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ist ein Zeugnis bedeutender Abschnitte der Erdgeschichte (alpine Gebirgsbildung und Eiszeiten) mit Spuren wichtiger geologischer und glaziologischer Prozesse wie Gebirgsfalten, Gesteinsvielfalt aus 500 Millionen Jahren Erdgeschichte, Gletschern und einzigartigen Gletschervorfeldern.
Mit den unterschiedlichen Bedingungen auf engstem Raum, bei denen sich eine Vielfalt an Ökosystemen sowie von Tier- und Pflanzen-Gemeinschaften entwickeln konnte, gilt die Region als ein Lebensraum zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Mit der Schaffung des Aletschwald-Reservats wurden die ersten Schutzmassnahmen in dem Gebiet bereits in den 1930er Jahren ergriffen. Seit 1983 steht das gesamte Gebiet im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN).

Die Lage der Villa Cassel auf dem Grat der Riederfurka ist eine symbolische. Denn das heutige Naturschutzzentrum steht genau auf dem Bergrücken, der die jahrhunderte alte Kulturlandschaft auf den Südhängen des Rhonetals von der alpinen Naturlandschaft mit Gletschern und Aletschwald trennt.
Das Pro Natura Zentrum Aletsch in der Villa Cassel setzt sich als Vermittlerin für ein erfolgreiches Miteinander dieser so unterschiedlichen Regionen ein, für eine gemeinsame Zukunft, in der eine schonende touristische Weiterentwicklung ebenso Ziel ist wie der unbedingte Schutz der Nordhänge vor weiterer baulicher Erschliessung.
Denn nur mit einer nachhaltigen und auch schonenden touristischen Entwicklung ist der Schutz traditioneller Kulturlandschaft zu gewährleisten. Zugleich sind unter striktem Naturschutz stehende Flächen ein wichtiges Kapital für einen sanften Sommertourismus.
Das Pro Natura Zentrum in der Villa Cassel verfügt über 25 Jahre Erfahrung im Naturschutz und in der Natur- und Umweltbildungsarbeit. Die naturkundliche Ausstellung und der interaktive Naturlehrpfad durch den Alpengarten fasziniert seine Besucher ebenso wie die angebotenen Exkursionen, Kurse und Seminare.

Quelle: http://www.unesco-welterbe.ch/



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