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Unesco Welterbestätten in der Schweiz



Benediktinerinnenkloster St. Johann in Müstair (1983)

Bild von muestair Copyright: pixelio.de

Es muss wie im Traum gewesen sein als die zwei Schweizer Kunsthistoriker Josef Zemp und Robert Durrer 1894 über dem spätgotischen Kirchengewölbe Absalom, Davids Sohn, und damit den Anfang eines einzigartigen Freskenzyklus aus karolingischer Zeit entdeckten.
Was über dem Gewölbe mit dem Buch David aus dem Alten Testament beginnt, setzt sich unten als die Geschichte Christi fort. Seine Jugend, die Passionszeit, die Auferstehung. Den Wänden entlang, im Kreis herum.

Neues Klostermuseum im Plantaturm!


Das neue Museum der Benediktinerinnen von Müstair befindet sich im markanten Plantaturm im nordöstlichen Teil der Klosteranlage.

Was Archäologen jetzt bestätigen, erzählen die Menschen im Münstertal (rätoromanisch Val Müstair) schon seit langem: Kaiser Karl der Grosse hat das Kloster Sankt Johann im Südost-Zipfel der Schweiz im 8. Jahrhundert gegründet. Dieses Kloster war der Ausgangspunkt des Dorfes Müstair (Müstair leitet sich vom lateinischen 'monasterium' ab - Kloster).

Zur Frankenzeit wurde durch das Münstertal der gesamte Handelsverkehr von Verona über Bozen nach Augsburg abgewickelt, ausserdem führte ein Handelsweg über den Umbrail-Pass von West nach Ost durch das Tal. So diente das Kloster nicht nur der Andacht und dem Dienste an Gott, sondern auch als Raststätte auf den beschwerlichen Reisen.
Unter der benediktinischen Ordensregel fanden sich 45 Mönche zusammen, deren Hauptaufgabe neben dem Gebet und der körperlichen Arbeit darin bestand, Nachtlager und Verpflegung für Reisende bereitzuhalten. Das Männerkloster löste sich Anfang des 10. Jahrhunderts auf und wurde bald darauf in ein Nonnenkloster umgewandelt.

Um 1490 ging Angelina Planta als baufreudige Äbtissin in die Annalen ein, sie verpasste der Klosterkirche ein neues gotisches Gewand. Die bisherige Saalkirche, flach und hoch wie eine Kiste, erhielt ein Kreuzgewölbe und zwei Säulenreihen.
Was im Kreuzgewölbe noch als Wappen vereint ist, zog Ende des 15. Jahrhunderts gegeneinander ins Feld: Österreicher gegen Bündner. Das Kloster wurde besetzt, gebrandschatzt, geplündert, die Äbtissin gefangen genommen. Nach der Schlacht kehrt die Äbtissin nach Müstair zurück und baut weiter. Der Planta-Turm wird zum Kloster im Kloster, beherbergt alle Funktionen von Beten, Essen und Schlafen. Errichtet ist er auf den Fundamenten eines Wohn- und Wehrturms von 958, wie Archäologen herausgefunden haben.
Im Dreissigjährigen Krieg wiederholen sich schicksalhaft Besetzung und Plünderungen, die Klosterbücher verzeichnen den herben Verlust von vier Zentnern Zinn, Silber, elf Zentnern Schmalz, 33 Stück Grossvieh. Die unsicheren politischen und ökonomischen Verhältnisse haben grössere Umbauten und Erweiterungen verhindert, weshalb das heutige Kloster im wesentlichen die Bautätigkeit von Angelina Planta im 15. Jahrhundert widerspiegelt.

Quelle: http://www.unesco-welterbe.ch/



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