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Unesco Welterbestätten in der Schweiz



Altstadt von Bern (1983)

Bild von bern Copyright: pixelio.de

Das Gebiet der Stadt Bern war bereits in vorgeschichtlicher Zeit und später von Kelten, Römern und Germanen besiedelt.

Im Jahre 1191 gründete Herzog Berchtold von Zähringen die Stadt Bern als Bollwerk seines Reiches gegen Westen.

Die Zähringer entstammen einem schwäbischen Adelsgeschlecht, das seit dem 11. Jahrhundert die Grafschaft Breisgau (heute Deutschland, Gebiet nördlich des Rheins an die Schweiz angrenzend) besass.

Sie waren grosse Städtebauer, neben Bern erbauten sie zahlreiche weitere Städte, die heute teilweise in der Schweiz (u.a. Freiburg, Thun, Solothurn und Rheinfelden) und teilweise in Deutschland liegen (u.a. Bräunlingen, Freiburg im Breisgau, Neuenburg und Villingen-Schwenningen).

Bei einer Jagd soll Berchtold befohlen haben, die neue Siedlung nach dem ersten Tier zu benennen, das erlegt würde, so kam Bern zu seinem Wappentier. Noch heute erinnert der Bärengraben bei der Nydeggbrücke an das Wappentier; hier werden seit dem 16. Jahrhundert die Bären sogar gezüchtet.

1218 stirbt das Geschlecht der Zähringer aus. Bern wird freie Reichsstadt, das heisst direkt dem Kaiser unterstellt. Man erhält wichtige Privilegien wie die Selbstverwaltung, ein eigenes Gericht und ein eigener Markt. In der Folge immer mächtiger werdend, entwickelt sich Bern zum grössten Stadtstaat nördlich der Alpen (bis 1798).
Zwischen 1218 und 20 wurden das Stadttor und damit die erste Form des Zytgloggeturmes errichtet, 1255 - 65 wurde die Westgrenze der Stadt von der Zytglogge zum Käfigturm geschoben. Eine neue Stadtmauer entstand entlang des Bundes-, Bären- und Waisenhausplatzes.

Die Stadt Bern wird auf drei Seiten von der Aare umflossen, auf der vierten Seite wurden eine Mauer und ein Wehrturm (heute Zeitglocken) sowie vorgelagert ein Stadtgraben errichtet. Die Stadt konnte sich so nur in einer Richtung ausdehnen, die Bürger aber wussten dieses Raumproblem geschickt zu lösen, indem sie auf grosszügige Plätze verzichteten und breite Marktstrassen anlegten, welche als charakteristische Merkmale für alle Zähringerstädte gelten.
Das bekannteste Wahrzeichen Berns ist das Figurenspiel der astronomischen Uhr am Zytgloggeturm. Der Hahn kräht immer vier Minuten vor der vollen Stunde. Dann läutet ein Narrenmännlein den Zug der Bären ein: Trommler und Pfeifer, in den Stadtfarben Schwarz und Rot gekleidet, schreiten aufrecht auf ihren Hinterfüssen vor einem reitenden Meister Petz; dahinter folgen weitere Tiere, die Gewehre, Schwerter und Spiesse tragen. Erst wenn alle Bären vorbeigezogen sind, schlägt den Bürgern von Bern die Stunde.

1350 reichte das Stadtgebiet nicht mehr aus und man erweiterte wieder Richtung Westen. Die äussere Neuenstadt wuchs zwischen dem Käfigturm und dem Christoffelturm, der 1865 abgerissen wurde und dessen Fundamente heute noch in der Bahnhofunterführung beim Aufgang zur Spitalgasse zu sehen sind.
Die im 12. Jahrhundert häufig noch strohgedeckten Berner Holzhäuser waren schmal und klein.
Zu ebener Erde befanden sich Werkstätten und Läden, im ersten Stockwerk wohnten die Familien, darüber folgte der Dachboden mit Vorratsräumen und Gesindekammern. Von diesem alten Bern ist heute nichts mehr erhalten, denn 1405 verwüstete ein Brand den grössten Teil der Stadt.

Die Stadtoberen verordneten den Wiederaufbau aus Stein, seitdem prägt der Sandstein das Berner Stadtbild. Beim Wiederaufbau entdeckte man den Vorteil von Laubengängen und vergrösserte dementsprechend die Häuser. Die Gassen wurden schmaler, der Wohn- und Geschäftsraum nahm zu. Dieser Tradition der Laubengänge, die in den nachfolgenden Zeiten weiter gepflegt wurden, verdankt Bern heute seine rund 6 km Arkaden, die längste gedeckte Einkaufspromenade Europas.
Bereits 1479 erwähnte der Chronist Albrecht von Bonstetten "Gassen, die zu beiden Seiten Gewölbe haben, unter denen man trockenen Fusses gehen kann".

Im Zuge des Wiederaufbaus nach dem verheerenden Stadtbrand wurde 1421 mit dem Bau des Berner Münsters St. Vinzenz begonnen. Dass am mittleren Westportal ein bedeutendes Werk der Spätgotik - das "Jüngste Gericht" des Bildhauers Erhard Küng - erhalten geblieben ist, mag dem konservativen Denken der Stadtbewohner zu verdanken sein; jedenfalls hat es 1527 den Bildersturm der Reformation überraschenderweise unbeschadet überstanden. Der stadtbildprägende Münsterturm, mit 100 Metern der höchste in der Schweiz, wurde erst 1892 vollendet.

Die heutigen Häuserzeilen sind überwiegend im 17. und 18. Jahrhundert entstanden, haben aber den mittelalterlichen Charakter bewahrt. Die anmutigste Gasse der Stadt ist die ehemalige Marktstrasse, die seit dem Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798 in ihrem unteren Teil - ganz im Sinne der Revolution - in Gerechtigkeitsgasse und in ihrem oberen Teil etwas profaner in Kramgasse umbenannt wurde.

Dieser geschlossene, über 500 Meter lange und 26 Meter breite Strassenzug zwischen dem Zeitglockenturm und der Nydeggbrücke geht auf die erste Marktsiedlung vor den Toren der früheren Burg Nydegg zurück.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde westlich des Christoffelturmes eine grosse Schanze mit mehreren Bastionen angelegt. Die Epoche des Barocks und des Rokoko brachte eine stadtbildprägende Renovierungsfreude hervor. Zahlreiche mittelalterliche Gebäude erhielten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts neue, "moderne" Fassaden.
Mitte des 19. Jahrhunderts kam neues Leben in die Stadt, indem der Zugang in die Stadt erleichtert wurde. Neben die Untertorbrücke aus dem 15. Jahrhundert wurde auf der Ostseite 1840 - 44 die Nydeggbrücke gesetzt. Nach Norden und Süden überquerten ab dem späten 19. Jahrhundert die Kornhausbrücke und die Kirchenfeldbrücke die Aare. Die streng Ost-West-verlaufende Stadtachse wurde nun von einer Nord-Süd-Verbindung geschnitten. Für das neue Verkehrsmittel Eisenbahn besassen die Berner durch das Schleifen der Schanze günstiges Gelände, und 1858 konnte der erste Bahnhof eingeweiht werden.

1848 wurde Bern durch das erste schweizerische Gesamtparlament zur Bundesstadt der Schweiz gewählt, sichtbarster Ausdruck dieser Funktion ist das im Stil der florentinischen Renaissance erbaute Bundeshaus (1894-1902).


Quelle: http://www.unesco-welterbe.ch/



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