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Obwalden

KFZ Hauptort/Stadt Einwohnerzahl km² Amtsspache
OW Sarnen 33300 491 de

Obwalden Der Kanton Obwalden liegt in der Zentralschweiz. Zusammen mit dem Halbkanton Nidwalden bildet Obwalden den Urkanton Unterwalden. Unterwalden gehörte zusammen mit Schwyz und Uri zu den drei Waldstätten, die im Jahre 1291 den Ewigen Bund schlossen und damit den Grundstein für die heutige Schweiz legten.

• Landwirtschaftliche Nutzfläche: 37,9%
• Wald/bestockte Flächen: 40,2%
• Siedlungsflächen: 3,2%
• Unproduktiv/Restfläche: 18,7%

Offizielle Webseite:
www.obwalden.ch

Kurzporträt Kanton Obwalden


ObwaldenDas Kerngebiet des Kantons Obwalden erstreckt sich als breites Tal, das terras-senförmig vom Brünigpass (1008 m.ü.M) bis zum Sarnersee (454 m.ü.M.) abfällt, und von da weiter bis zur Rengg und Alpnachersee (434 m.ü. M.) ausläuft. Der Alpnacher Seespiegel ist gleichzeitig der tiefstgelegene Punkt des Kantonsgebie-tes. Eine östliche Seitenkammer zum Sarneraatal bildet das Melchtal.

ObwaldenDas Engelberger Tal (rund 1000 m.ü.M.) mit den umliegenden Hochalpengipfeln (Titlis 3239 m.ü.M., Reissend Nollen 3003 m.ü.M) rundet als Exklave die vielfältige Obwaldner Landschaft ab. Höchster Berg auf Kantonsgebiet ist der Rotsandnollen mit 2700 m.ü.M. Nach Berechnungen der eidg. Landestopographie liegt der geographische Mittelpunkt der Schweiz in Obwalden, nämlich auf dem Sachsler Älggi (1636 m.ü.M.).

ObwaldenEs erstaunt kaum, dass die vielfältige Landschaft Obwaldens ihren Zauber auf zahlreiche Reisende ausgeübt hat. Schon der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) meinte bei seinem Aufenthalt in Engelberg 1831: "Das Thal wird mir wohl eines der liebsten aus der ganzen Schweiz werden.". Auch über den alten Kantonsteil äusserte sich Mendelssohn begeistert: "Schönere und grössere Bäume und ein fruchtbareres Land habe ich nie gesehen als da; auch ist der Weg so wenig beschwerlich, als ginge man nur in einem grossen Garten spazieren, die Abhänge sind mit langen schlanken Buchen bewachsen, die Steine ganz mit Moos und Kräutern verdeckt, Quellen, Bäche, kleine Seen, Häuser ..."

Der preussische Arzt Johann Gottfried Ebel (1764-1830), der in den 1780er Jahren die Schweiz durchwanderte, schrieb in seinen Reiseeindrücken über das Sarneraatal: "Der landschaftliche Charakter von dem Hauptthale Obwaldens, von Alpnach und besonders von Sarnen an bis an den Brünig, ist ganz eigenthümlich. Keine nackten Felswände und Hörner, keine Schnee- und Eislasten, keine Verwüstungen und Steintrümmer, sondern rundere und sanftere Formen, ein ununterbrochenes Wiesengrün wallet aus dem Thal auf die Berge hinauf; prächtige Wälder verbergen alle eckigen Linien, und überall sind Häuser zerstreut.

ObwaldenIn diesem Alpen-Thal herrscht ein romantischer Reitz und eine Stille und Ruhe, die zur sanften Melankolie und Schwärmerey stimmen." Der Kanton umfasst heute eine Gesamtfläche von 490,7 km2. Gut 90 km2 davon, einschliesslich Gewässer, entfallen auf unproduktive Flächen. Vom landwirtschaftlich nutzbaren Flächenanteil des Kantons (18 973 ha) sind ca. 60% alpwirtschaftliche Nutzflächen. Mit einem Waldanteil von beinahe 40% liegt Obwalden stark über dem schweizerischen Durchschnitt.

Der Wald ist nicht nur namengebendes Motiv für den Kanton geworden: Bis heute prägt er das Bild der Obwaldner Landschaft. Die Bezeichnung "Obwalden" ist allerdings erst seit dem 16. Jahrhundert gebräuchlich. Die alte Bezeichnung lautete "Unterwalden ob dem Wald". Damit wurde deutlich gemacht, dass dieser Kanton auch noch einen Zwillingsbruder hat, nämlich "Unterwalden nid dem Wald". Der sagenumwitterte und bis heute wenig besiedelte Kernwald zwischen Wisserlen (OW) und Ennetmoos (NW) trennt die beiden Brüder.

ObwaldenIn gewisser Weise prägt die Landschaft auch ihre Bewohner. So schildert der Lite-rat und Obwaldner Ehrenbürger Heinrich Federer in seinem Roman "Niklaus von Flüe" den Obwaldnercharakter anhand landschaftlicher Gegebenheiten: " (Beim Obwaldner) ... sind offenes, frohes Tal mit tiefer Melchaaschlucht verbunden. Er
besitzt eine heitere und gemächliche Überlegenheit und eine ruckweise, energische, trotzige Kraft. Hinter seiner Langsamkeit steckt viel Angriffslust, hinter seinem Zurückhalten viel Leidenschaft. Aus der nüchternsten Geschäftigkeit zucken oft Phantasien und Grübeleien und allerlei Originalität hervor, die man da nie vermutet hätte. ...man sieht nur die Mischung, eine Art massvoller, gebändigter Alltäglichkeit...

Hie und da klafft diese Harmonie auseinander in einem erregten politischen Moment, bei einem wichtigen religiösen Interesse, und die Melchaa tost aus den Gründen. Aber bald schliesst sich das Tobel wieder, und es herrscht die frühere Gleichmässigkeit. Ich habe oft studiert, durch welche Naturanlage der Obwaldner eine so gesetzte und beruhigte Art erreicht, und immer wieder bin ich zum gleichen Schluss gekommen: durch angeborene, fast an Schlauheit grenzende Klugheit und durch eine gewisse Askese des Willens."

VOM AGRARKANTON. . .


ObwaldenObwalden war bis ins 19. Jahrhundert ein ausgesprochenes Bauernland, ein Agrarkanton. Schulherr Aloys Businger berichtet 1838: "Die Landökonomie des Unterwaldners ist vorzüglich die eines Hirten und Sennen; der Ackerbau und alle übrige Kultur ist dagegen nur eine unter allem Verhältniss stehende Nebensache." Der Basler Rechtsgelehrte und Naturfreund Hermann Christ notierte 1869 in Obwalden, wo er die ältesten Rechtsquellen des Kantons studierte: "Industrie und Weltverkehr sind noch nicht in diese Thäler gedrungen; selbst der Ackerbau tritt kaum bemerkbar auf, so dass das Mehl grossentheils ein fremder Importartikel ist: alles Land nimmt die Viehzucht in Beschlag. Wo anderwärts gelbes Weizenfeld sich dehnen würde, da glänzt in Obwalden das saftige Grün der Wiesen, von zahllosen mächtigen Obsthainen beschattet."

Hauptzweige der Landwirtschaft des 19. und 20. Jahrhunderts sind denn auch Viehzucht, Gras- und Obstwirtschaft sowie Forstwirtschaft. In der Zeitspanne 1950 bis 1990 fiel der Anteil der im land- und forstwirtschaftlichen Sektor Beschäftigten von 33% auf 10% zurück, wobei sich die jeweiligen Anteile in den Gemeinden erheblich unterscheiden. Land- und Alpwirtschaft, welche zurzeit einen raschen Wandel zur Ökologisierung durchmachen, prägen aber immer noch stark das Bild des Kantons.

. . . ZUM TOURISMUS. . .


ObwaldenDurch die stillen Schönheiten seiner Landschaft, die Unberührtheit der Natur und die einfache Lebensweise der Bewohner hatte Obwalden schon auf manche Besucher seinen Reiz ausgeübt. Im 19. Jahrhundert kam, zunächst im Hochtal Engelberg, der Tourismus auf. Engelberg war von Anfang an das touristische Zentrum der Region. Kein Kurort in der Schweiz, so wurde schon 1862 berichtet, habe "in dem kurzen Zeitraum von kaum drei Jahrzehnten sich gleichsam einen Weltruf erworben".

ObwaldenDer Bau der Brünigstrasse anfangs der 1860er Jahre und die damit verbundene Zunahme des Postreiseverkehrs, die Eröffnung der Brünigbahn 1888 und der Stansstad-Engelberg-Bahn 1898 beeinflussten die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Obwalden wesentlich.

ObwaldenSchon vor der Eröffnung der Pilatusbahn im Jahre 1889 übte der Pilatus starke Anziehungskraft aus. Es sei hier etwa die Pilatusbesteigung der englischen Königin Viktoria mit Gefolge im Jahre 1868 erwähnt. In die 50er Jahre zurück reichen die Wurzeln des heute stark entwickelten Sommer- und Winterkurortes Frutt am Melchsee. In den letzten Jahrzehnten hat sich auch das Sarneraatal, mit Lungern- Schönbüel sowie der Gegend des Glaubenbergs (Langis) und den Dörfern rund um die Seen als Erholungs-, Wander- und Skigebiet einen Ruf über die Kantonsgrenzen hinaus erworben.

Noch immer ist der Fremdenverkehr einer der wichtigsten Erwerbszweige des Kantons. Im Dienstleistungssektor sind heute rund 50% der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt

KULTUR IN OBWALDEN


ObwaldenEine breite Volkskultur sowie ein reiches Kulturschaffen sind in Obwalden Tradition. Die engagierte Verbundenheit der Bevölkerung mit dem Volkstheater, der Volksmusik, den Trachten sowie zahlreichen lebendigen Volksbräuchen heben sich wohl tuend vom kommerziellen Folklorismus heutiger Tage ab. So verfügt die Region nebst zahlreichen Theatergruppen auch über eine Vielfalt von Gesangs- und Musikvereinen. Einrichtungen wie das Freizeitzentrum, das Filmforum und das Kulturforum sind ebenfalls kulturell tätig. Zahlreiche Museen und Stiftungen beherbergen sowohl künstlerisch als auch kulturell bedeutende Sammlungen, die nicht selten über die Kantonsgrenze hinaus bekannt sind, etwa das Heimatmuseum und die Stiftung Burch-Korrodi in Sarnen, das Bruderklausen Museum in Sachseln oder das Talmuseum in Engelberg. Erwähnenswert sind hier auch die Kunstsammlungen und Bibliotheken der Klöster Engelberg und St. Andreas in Sarnen.

ObwaldenVielfältig sind die im Ablauf des Jahres gepflegten, typisch obwaldnerischen Volksbräuche, wie etwa die Trinklerumzüge Anfang Dezember, das Dreikönigssingen in Kerns, Agathaprozessionen und Agathabrot im Februar oder die Nachtwallfahrt am Karfreitag, das so genannte "Römern". Erwähnenswert sind auch die verschiedenen Älplerchilbinen mit Wildweib und Wildmann.

ObwaldenVolkskultur, Bevölkerung und Landschaft stehen ebenfalls in einem engen Beziehungsfeld: Die Erhaltung eines intakten Landschaftsbildes hat einen hohen Stellenwert. Gerade die in der Schweiz besonders selten gewordenen Hochmoorlandschaften wurden im Kanton Obwalden grossräumig unter Schutz gestellt. Durch eine erfolgreiche Publikationsreihe über die Tier- und Pflanzenwelt Obwaldens sowie zu Natur- und Landschaftsschutz sowie der Denkmalpflege konnte das Be-wusstsein für die Landschaftspflege zusätzlich verstärkt werden.

Die kulturelle und künstlerische Tätigkeit beschränkt sich in Obwalden aber nicht nur auf traditionell ländliches Kulturbrauchtum. Die einheimische Kunstszene vermag durchaus mit anderen Regionen Schritt zu halten. Hiesigen Künstlerinnen und Künstlern, seien es Musiker, Schriftsteller, Bildhauer oder Maler, gelingt es immer wieder, über die heimatlichen Grenzen hinaus Anerkennung für ihr Schaffen zu erlangen. Hier seien etwa der bereits zitierte Schriftsteller Heinrich Federer, die Lyrikerin und Mundartautorin Hedwig Egger von Moos, die vielseitig engagierte Schriftstellerin und Vorkämpferin für das Frauenstimmrecht Rosalie Küchler-Ming, der Komponist Josef Garovi, der Goldschmied Meinrad Burch, der Maler Giuseppe Haas-Triverio oder der Bildhauer Kurt Sigrist erwähnt. Als gemeinsames Merkmal in den Werken profilierter Obwaldner Künstlerinnen und Künstler findet sich immer wieder und in verschiedenster Weise variiert, eine enge Verbundenheit zu Kanton, Menschen und Landschaft Obwaldens.

Kulturell besonders prägend für Obwalden ist schliesslich die besondere Lage seines Dialektes innerhalb der deutsch-schweizerischen Sprachlandschaft. So liegt das Obwaldnerische auf den Scheidelinien der schweizerdeutschen Dialektgrenzen, welche West- und Ost- sowie Nord- und Süd-Merkmale trennen. Damit hat fast jede Gemeinde eine eigene Dialektfärbung. Wie stark die Sprache identitätsstiftend ist, hat Julian Dillier in einem Gedicht sehr schön ausgedrückt:

Ds Rächt uf d Sprach
Sägid was iär wend.
Ich ha nes Rächt uf my Sprach
uf my Redensart
uf mys Word
wo n ich bruich wiä nä Hegel
oder wiä nä Zärtlichkeit
won ich verwennä
wiä nes Mäitli.
Ich ha Sorg zuänem
wiä zu me nä Bätti
vo der Muätter sälig.
Sägid was iär wend.
Ich ha nes Rächt uf my Sprach
uf my Redensart
uf mys Word.
Julian Dillier

Das kulturelle Schaffen der Gegenwart wird vom Kanton durch Verleihung von Preisen, Organisation von Ausstellungen sowie Kontakten zu auswärtigen Kunstschaffenden gefördert. Diese Bemühungen werden durch Werkankäufe sowie Anerkennungspreise im Sinne von Art. 30 der Kantonsverfassung, wonach "Kanton und Gemeinden das wissenschaftliche und künstlerische Schaffen fördern" gewürdigt. "Unsere Aufgabe ist es ja", wie der Obwaldner Komponist Josef Garovi anlässlich der Verleihung des Innerschweizer Kulturpreises 1978 im Rathaus Sarnen sagte, "nicht nur das überkommene Kulturgut zu erhalten, sondern uns obliegt auch, diese Kultur zu verändern und zu entwickeln."

Text- und Bildmaterial, mit freundlicher Unterstützung des:
Kantons Obwalden und des Schweiz Tourismus


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